„Wir überlegen noch, ob wir uns kirchlich trauen lassen.“

„Ich war aber schon einmal verheiratet.“

„Mein Partner ist nicht evangelisch.“

„Wir haben eigentlich noch nie richtig über Glaube und Religion gesprochen.“

Sie möchten kirchlich heiraten oder haben sich bereits für eine kirchliche Trauung angemeldet? Sie haben aber noch viele Fragen?

In Traugesprächen bekommen Sie Antworten. Mit Ihrer Pfarrerin/Ihrem Pfarrer können Sie den Zeitpunkt, den Ort und den Raum für Ihre Trauung besprechen und dabei etwas über das evangelische Verständnis der Trauung erfahren. In dem Gespräch können Sie sich in Ruhe darüber klar werden, was die kirchliche Trauung für Sie als Paar bedeutet. Die Pfarrerin oder der Pfarrer unterstützt Sie dabei. Sie können im Gespräch Traufragen oder Trauversprechen auswählen und formulieren sowie überlegen, welche Lieder, Texte, Gebete und Lesungen zu Ihrer Feier gehören sollen.

Die Trauung: eine große Entscheidung, ein schöner Tag, ein kleines Wort, ein feierlicher Moment.

Die Ehe

Menschen sind zur Gemeinschaft bestimmt: Sie sind das „Gegenüber“ von Gott – die Bibel geht sogar so weit, sie als „Abbild“ Gottes zu bezeichnen. Und als Menschen sind sie einander partnerschaftlich zugeordnet. Sie gestalten im Auftrag Gottes die Welt, die ihnen anvertraut ist. Sie sorgen dafür, dass diese Weltverantwortung in der Folge der Generationen fortgesetzt wird. Dazu segnet sie Gott.

Das christliche Verständnis der Ehe beruht auf dem biblischen Zeugnis. Die Ehe ist die umfassende personale Lebensgemeinschaft eines Paares. Liebe und Vertrauen begründen diese Gemeinschaft, in der das Paar treu und dauerhaft zusammenleben will. Die Eheleute leben in gegenseitiger Verantwortung und nehmen gemeinsam Verantwortung wahr: für ihre Kinder, für ihre Angehörigen, für das soziale Geflecht, in dem sie leben. In freier Entscheidung füreinander gehen beide Partner die Ehe ein. Nach evangelischem Verständnis ist die Ehe eine von Gott gewollte und bejahte, aber weltliche Einrichtung. Deshalb wird eine Ehe auf dem Standesamt geschlossen, also bei einer staatlichen Stelle.

Foto: Darya Gulyamova Fotografie

Doch wozu dann noch die kirchliche Trauung? Was geschieht dort?

„Kirchlich“ bezieht sich nicht nur auf das Gebäude, sondern vor allem auf die Gemeinde, die hier zum Gottesdienst zusammenkommt. Jede kirchliche Trauung ist ein Gottesdienst, in dem eine Gemeinde auf Gottes Wort hört und antwortet. So wird dem Ehepaar zuerst Gottes Wort und sein Wille für das Zusammenleben zweier Menschen verkündet.

Das Ja-Wort, das die Partner einander daraufhin sagen, ist zugleich ihre Antwort auf das Ja-Wort, das Gott zu ihnen und zu ihrer Ehe gesprochen hat. Danach wird um Gottes Segen gebetet. Der von Gott erbetene Segen wird dem Paar mit Auflegen der Hände persönlich zugesprochen. Im Trausegen werden der Schöpfungssegen und der Taufsegen als Segen für die Ehe erneuert.

In der Evangelischen Kirche im Rheinland können sowohl heterosexuelle als auch homosexuelle Paare, die in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft leben, kirchlich getraut werden.

FAQs – Häufig gestellte Fragen

Sind kirchliche Trauungen jederzeit möglich, oder geht das nur samstags?

Grundsätzlich sind kirchliche Trauungen an jedem Wochentag möglich – ausgenommen ist die Woche vor Ostern, die Karwoche. Es ist gut, sich frühzeitig mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer in Verbindung zu setzen, um einen Termin für die kirchliche Trauung zu vereinbaren. Zuständig ist das Pfarramt, wo entweder die Braut oder der Bräutigam oder deren Eltern wohnen, oder in dessen Bereich das Paar nach der Hochzeit leben möchte.

Wir können uns eine große Hochzeit nicht leisten. Können wir trotzdem heiraten?

Eine Trauung muss nicht die große Feier im Rahmen der Festgemeinde sein. Es geht auch kleiner, ohne deswegen weniger feierlich zu sein. Grundsätzlich muss die Trauung in einem öffentlichen Gottesdienst der Gemeinde stattfinden.

Müssen für eine evangelische Trauung beide Ehepartner der Kirche angehören?

An sich sollten beide Ehepartner einer christlichen Kirche angehören. Einer der beiden muss evangelisch sein. Wozu auch sonst „evangelisch“ heiraten? Gehört einer der Partner keiner christlichen Kirche an, dann sollte er oder sie das christliche Eheverständnis achten und der kirchlichen Trauung auch innerlich zustimmen können. Dem evangelischen Verständnis von Partnerschaft und Ehe entspricht es nicht, wenn ein Ehepartner den Trauwunsch des anderen bloß erduldet und die Trauung über sich ergehen lässt.

Wir würden gerne ökumenisch heiraten. Geht das und was müssen wir dafür beachten?

Was landläufig „ökumenische Trauung“ genannt wird, ist entweder eine katholische oder eine evangelische Trauung, bei der jeweils eine Geistliche oder ein Geistlicher der anderen Konfession mitwirkt. Je nachdem wird die Trauung dem katholischen oder evangelischen Ritus entsprechend vollzogen. Katholischerseits ist die Trauung ein Rechtsakt, evangelischerseits wird sie als Gottesdienst mit Segenshandlung verstanden.

Wenn einer der Partner katholisch ist, aber das Paar in einer evangelischen Kirche heiraten möchte, ist in der katholischen Tradition eine Dispens erforderlich, damit die Ehe als rechtmäßig anerkannt werden kann. Die dazu nötigen Absprachen sind frühzeitig mit dem örtlichen katholischen Geistlichen zu treffen.

Wir sind schon länger standesamtlich verheiratet und haben seit einem Jahr ein Kind. Können wir Taufe und Trauung miteinander verbinden?

Ja, die kirchliche Trauung kann auch Wochen, Monate oder Jahre nach dem standesamtlichen „Ja“ gefeiert und mit der Taufe eines Kindes verbunden werden. Mit der Taufe wird Ihr Kind in die Gemeinde aufgenommen. Überlegen Sie zusammen mit Ihrer Pfarrerin/Ihrem Pfarrer, wie das berücksichtigt werden kann.

Wir sind beide geschieden und haben in unseren ersten Ehen jeweils auch kirchlich geheiratet. Können wir nun, zu Beginn unserer zweiten Ehe, noch einmal vor den Traualtar treten?

Der Trauung Geschiedener steht in der evangelischen Kirche grundsätzlich nichts entgegen. Menschen haben das Gelingen einer Partnerschaft nicht allein in ihren Händen. Deswegen wird bei der kirchlichen Trauung ja auch um Gottes Segen gebeten. Ob beim ersten oder beim zweiten Gang vor den Traualtar: Mit dem auf ein ganzes Leben bezogenen christlichen Eheverständnis sollte es Ihnen allerdings ernst sein.

Müssen wir für die kirchliche Trauung Trauzeugen haben?

Da die evangelische Trauung kein Rechtsakt ist, sind Trauzeugen, anders als in der katholischen Kirche, nicht nötig. Die meisten Paare haben gerne mit ihnen eng verbundene Menschen bei diesem wichtigen Lebensereignis an ihrer Seite und freuen sich über die Unterstützung von Trauzeugen bei ihrer Eheschließung.

Welche Gemeinde, welche Pfarrerin, welcher Pfarrer ist für uns zuständig?

Sie können sich an die Pfarrerin oder den Pfarrer Ihres gemeinsamen oder jeweiligen Wohnortes wenden, aber auch an die Wohnortgemeinden Ihrer Eltern oder Ihres zukünftigen gemeinsamen Wohnsitzes. Wollen Sie an einem dritten Ort heiraten, weil Ihnen die dortige Kirche besonders gefällt, sollten Sie sich rechtzeitig mit der dortigen Pfarrerin oder dem dortigen Pfarrer darüber abstimmen, ob sie oder er die Trauung wahrnehmen kann, oder ob Sie sich selbst um eine Pfarrerin oder einen Pfarrer kümmern müssen.

Informationen zu allen Gemeinden des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region finden Sie unter:

www.kirche-koeln.de/suchen/gemeinde-recherche

Dort können Sie nach Ansprechpartnern und Kontaktmöglichkeiten suchen, geordnet nach Pfarrerinnen und Pfarrern, Gemeindeämtern und -büros. Sie finden außerdem  Informationen zu den jeweiligen Kirchen.

Welche Kosten entstehen uns durch eine kirchliche Trauung?

Heiraten Sie in einer der für Sie zuständigen Kirchen, dann ist die kirchliche Trauung für Sie kostenfrei. Heiraten Sie in einer anderen Kirche, müssen Sie mit zusätzlichen Kosten für die Kirchennutzung, den Organisten und auch den Küsterdienst rechnen.

Was sollten wir für die Vorbereitung der kirchlichen Trauung bedenken?

Verabreden Sie mit einem Vorlauf von etwa einem halben bis Dreivierteljahr den Trautermin über das zuständige Gemeindeamt oder mit der zuständigen Pfarrerin oder dem Pfarrer. Hierzu benötigen Sie gegebenenfalls Ihre Taufurkunden und eine Bestätigung Ihrer Kirchenzugehörigkeit. Drei Monate vor dem Trautermin sollten Sie mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer einen Termin zum Traugespräch verabreden.

Wünsche zur besonderen Gestaltung des Gottesdienstes bedürfen in jedem Fall der vorherigen Absprache und sollten im Traugespräch besprochen werden.

Was geschieht im Traugespräch?

Im Traugespräch lernen die Brautleute und die Pfarrerin/ der Pfarrer einander kennen. In dem Gespräch sollten auch alle Fragen besprochen werden, die die äußere Gestaltung der kirchlichen Trauung betreffen: das Fotografieren, ob es Blumenkinder geben soll, wer sich aus dem Freundes- oder Verwandtenkreis durch Gebete oder Texte am Traugottesdienst beteiligen möchte etc.

Ich bin schwul oder lesbisch. Kann ich in der evangelischen Kirche heiraten?

Ja, seit März 2016 steht gleichgeschlechtlichen Paaren in der Evangelischen Kirche im Rheinland die kirchliche Trauung offen. Natürlich muss eine/einer von Ihnen evangelisch sein.

Muss die Trauzeremonie in einer Kirche stattfinden?

Eine evangelische Trauung findet in der Regel in einer evangelischen Kirche statt. Ausnahmen müssen mit der Pfarrerin bzw. dem Pfarrer besprochen und durch die Leitung der Kirchengemeinde entschieden werden.

Der Traugottesdienst

Die Trauung ist ein festlicher Gottesdienst in der Kirche oder an einem anderen für Gottesdienste bestimmten Ort. Es bietet sich an, dass Ihre Gemeindepfarrerin oder Ihr Gemeindepfarrer den Gottesdienst mit Ihnen zusammen vorbereitet und feiert. Vielleicht kennen Sie sich schon. Wenn nicht, ist das eine gute Gelegenheit, mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer am Ort in Kontakt zu kommen und die Gemeinde kennenzulernen.

Eingeladen zur kirchlichen Trauung sind alle, denn eine Trauung ist öffentlich – wie jeder andere Gottesdienst auch. In der Regel kommen aber nur Ihre Hochzeitsgäste.

Je mehr Sie sich an der Vorbereitung des Gottesdienstes beteiligen, umso persönlicher wird Ihre Trauung. Zum Gottesdienst gehören Musik, Lieder, Gebete, Lesungen aus der Bibel und ein biblischer Trauspruch, den das Hochzeitspaar meistens selbst ausgewählt hat. Die Trauansprache oder Traupredigt stellt Ihre Ehe und das Besondere Ihrer Beziehung in das Licht der biblischen Botschaft.

Während der Trauhandlung werden Sie persönlich gefragt, ob Sie einander aus Gottes Hand annehmen, Ihr Leben miteinander teilen und Ihre Ehe nach Gottes Willen führen wollen. Ihr Ja-Wort in der Kirche ist zugleich Ihre Antwort auf das Ja-Wort, das Gott Ihnen persönlich zugesprochen hat. Sie können Ihr Ja auch in eine Erklärung kleiden, die Sie einander zusprechen oder gleichzeitig sprechen. Der Segen für die Ehe wird von Gott erbeten und dann den Eheleuten zugesprochen.

Wie Sie den Einzug in die Kirche gestalten möchten, welche Musik erklingen und welche Lieder gesungen werden, wie die Kirche geschmückt wird, und ob Blumenkinder beim Auszug aus der Kirche vorangehen sollen, besprechen Sie am besten mit Ihrer Pfarrerin/Ihrem Pfarrer, Ihrer Kantorin/Ihrem Kantor und Ihrer Küsterin/Ihrem Küster vor Ort. Von ihnen erfahren Sie, was in Ihrer Gemeinde üblich ist und was sich bewährt hat. Zu empfehlen ist in aller Regel, dass sich Angehörige und Freunde in die Gestaltung des Gottesdienstes mit einbringen: zum Beispiel dadurch, dass sie die biblischen Lesungen vortragen oder sich an den Fürbitten beteiligen.

 

 

Der Trauspruch

Der Trauspruch ist ein Vers aus der Bibel, den Brautpaare gemeinsam aussuchen und über den Beginn ihrer Ehe setzen. Es ist eine Art Motto für Ihre Ehe und den Gottesdienst. Die Suche nach dem Trauspruch ist eine gute Gelegenheit, gemeinsam darüber nachzudenken und zu besprechen, was Sie glauben, woran Sie zweifeln und was Sie hoffen lässt. Vorschläge zu Trausprüchen gibt es unter:

www.trauspruch.de

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an beliebten Trausprüchen. Die meisten Sprüche werden hier nach der Lutherbibel zitiert. Es gibt auch andere, neuere Bibelübersetzungen.

  • Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.

    (Philipper 2,4)
  • Lebt als Kinder des Lichts, die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

    (Epheser 5,8–9)
  • Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.

    (Hebräer 10, 35)
  • Lasst uns aufeinander achten und uns zur Liebe und zu guten Taten anspornen.

    (Hebräer 10,24)
  • Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater und von Jesus Christus, dem Sohn des Vaters, sei mit uns in Wahrheit und in Liebe!

    (2. Johannesbrief 1, 3)
  • Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

    (1. Johannesbrief 4, 16b)
  • Lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit.

    (1. Johannesbrief 3, 18)
  • Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.

    (1. Petrusbrief 4, 10)
  • Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.

    (1. Thessalonicherbrief 5, 16-18)
  • Lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat.

    (Epheserbrief 5, 2)
  • Seid untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

    (Epheserbrief 4, 32)
  • Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!

    (1. Korintherbrief 16, 14)
  • Die Liebe ist langmütig und freundlich, sie lässt sich nicht erbittern. Die Liebe hört niemals auf.

    (1. Korintherbrief 13)
  • Auch wenn alles einmal aufhört – Glaube, Hoffnung und Liebe nicht. Diese drei werden immer bleiben; doch am höchsten steht die Liebe.

    (1. Korintherbrief 13, 13)
  • Seid niemandem etwas schuldig, außer, dass ihr euch untereinander liebt, denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt.

    (Römerbrief 13,8)
  • Euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.

    (Johannes 16, 22)
  • Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.

    (Johannes 1, 12)
  • Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu.

    (Lukas 16, 10)
  • Dir geschehe, wie du geglaubt hast.

    (Matthäus 8, 13)
  • Hüte dich und bleibe still; fürchte dich nicht und dein Herz sei unverzagt.

    (Jesaja 7, 4)
  • Ich liebe, die mich lieben, und die mich suchen, finden mich.

    (Sprüche 8, 17)
  • Der Herr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.

    (Psalm 126, 3)
  • Sei mir ein starker Hort, zu dem ich immer fliehen kann, der du zugesagt hast, mir zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg.

    (Psalm 71,3)
  • Du, HERR, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; lass deine Güte und Treue allewege mich behüten.

    (Psalm 40, 12)
  • Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben!

    (Psalm 5, 12b)

Elemente des Gottesdienstes

Hier stellen wir einige Elemente vor, die im Gottesdienst vorkommen.

Psalm

Oft ist es gar nicht leicht, in eigenen Worten auszudrücken, was man empfindet, woran man glaubt, worauf man hofft. Zum Glück müssen wir nicht alles neu erfinden. Mitten in der Bibel stehen die Psalmen. Das sind Gebete, in denen Menschen seit Jahrhunderten ihren Dank oder ihre Klage gegenüber Gott, ihre Sehnsucht und ihre Hoffnung wiederfinden.

Nachfolgend einige Zeilen aus Psalm 108 – sie können in einem Traugottesdienst vorkommen:


Gott, mein Herz ist bereit,

ich will singen und spielen.

Wach auf, meine Seele!

Wach auf, Psalter und Harfe!

Ich will das Morgenrot wecken.

Ich will dir danken, Herr, unter den Völkern,

ich will dir lobsingen unter den Leuten.

Denn deine Gnade reicht, soweit der Himmel ist,

und deine Treue, soweit die Wolken gehen.

Vielleicht bevorzugen Sie ein Psalmgebet in einer moderneren Übersetzung? Gehen Sie im Traugespräch auf Entdeckungsreise und lassen Sie sich von Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer beraten!

Das Trauversprechen

Nach der herkömmlichen Form fragt der Pfarrer oder die Pfarrerin die Eheleute nacheinander gleichlautend: „N.N., willst du N.N., die (den) Gott dir anvertraut, als deine Ehefrau (deinen Ehemann) lieben und ehren, Freude und Leid mit ihr (ihm) teilen und ihr (ihm) die Treue halten, bis der Tod euch scheidet, so antworte: Ja, mit Gottes Hilfe.“ Sie können auch gemeinsam gefragt werden: „N.N. und N.N., Gott hat euch einander anvertraut. Wollt ihr einander lieben und ehren, Freude und Leid miteinander teilen und einander die Treue halten euer Leben lang, so antwortet gemeinsam: Ja, mit Gottes Hilfe.“

Sie können sich das Trauversprechen auch gegenseitig in Form einer Erklärung zusprechen: „N.N., ich nehme dich als meine Ehefrau (meinen Ehemann) aus Gottes Hand. Ich will dich lieben und achten, dir vertrauen und treu sein. Ich will dir helfen und für dich sorgen. Ich will zusammen mit dir Gott und den Menschen dienen. Solange wir leben. Dazu helfe mir Gott.“

In Absprache mit der Pfarrerin/dem Pfarrer können Sie Ihr Trauversprechen auch persönlich formulieren.

Hier zwei Beispiele:

N.N., ich nehme dich so an, wie du bist, als Mensch, den Gott mir schenkt und mit dem ich mein Leben für immer teilen möchte. Ich nehme dich so an, wie du bist, mit deinem festen Charakter und deiner Zärtlichkeit, mit deinem Wunsch nach Freiheit und deiner Sehnsucht nach Geborgenheit. Ich liebe dich und bin Gott dankbar, dass wir einander gefunden haben. Alle Tage meines Lebens möchte ich mit dir teilen. Schweres werden wir zusammen tragen und uns über Schönes gemeinsam freuen. Du bleibst, was du heute für mich bist – die Frau/der Mann meines Lebens.

N.N., ich bin so dankbar, dass ich dich kennengelernt habe. Ich danke Gott für die Zeit, die er uns bisher geschenkt hat, und freue mich auf die Zukunft mit dir. Ich bin dankbar für jeden Moment, den ich mit dir verbringe, für dein Vertrauen, für deine Liebe, für deine Zuversicht. Du gibst mir die Heimat, die ich brauche. Vor Gottes Angesicht nehme ich dich an als meinen Mann/als meine Frau. Zu allen Zeiten werde ich dir treu sein, dich respektieren und dich lieben als der Mann, als die Frau, den/die Gott mir geschenkt hat. Was uns das Leben bringt, wissen wir nicht. Aber ich verspreche, zu dir zu stehen in allen Zeiten. Ich verspreche dir, dich zu lieben und dir treu zu sein in Gesundheit und Krankheit, in Freude und in Sorgen, zu allen Zeiten und an allen Orten. Jeden Weg möchte ich mit dir gemeinsam gehen. Dazu helfe uns Gott.

Fürbitten

Es ist üblich, dass dem Brautpaar Glückwünsche überbracht werden. Fürbitten sind jedoch mehr als gute Wünsche. In den Fürbitten beten alle Anwesenden gemeinsam für das Brautpaar, vertrauen es Gott an, mit allem, was das Leben den beiden bringen wird.

Wählen Sie sorgfältig aus, wen Sie aus dem Familien- oder Freundeskreis bitten möchten, eine Fürbitte zu sprechen. Manche trauen sich, selbst Gebete zu formulieren, andere fragen nach Gebeten, die sie so vortragen oder umformulieren können. Die Fürbitten sollten aber nicht auf das frisch verheiratete Paar beschränkt bleiben, sondern die nähere und weitere Welt einbeziehen, in der es lebt. Etwas Besonderes ist es natürlich, wenn es Menschen gibt, die auch über den Traugottesdienst hinaus für Sie und Ihre Ehe beten.

Beispiele für Fürbitten:

Sprecher/in 1:
Ewiger Gott, der du selbst die Liebe bist und uns die Liebe schenkst: Wir bitten dich für N.N. und N.N.: dass sie in deiner Liebe bleiben, dass ihre Liebe weiter wächst, sich im Alltag bewährt und im Wandel vertieft.
Alle: Wir bitten dich: Erhöre uns.

Sprecher/in 2 (aus der Verwandtschaft):
Wir bitten dich für uns, die Angehörigen von N.N. und N.N.: dass wir die Ehe der beiden begleiten mit dem rechten Maß von Nähe und Abstand; lass auch uns liebevoll sein im Umgang miteinander und in der Begegnung mit anderen Menschen.
Alle: Wir bitten dich: Erhöre uns.

Sprecher/in 3 (aus dem Freundeskreis):
Wir bitten dich für uns Freundinnen und Freunde: dass auch wir ihnen wohltun und dazu beitragen, dass ihre Ehe glückt; dass wir weiter ihre Freundschaft erfahren.
Alle: Wir bitten dich: Erhöre uns.

Sprecher/in 4:
An diesem Festtag der Liebe bitten wir dich für alle, die einsam und vergessen sind, die übersehen oder abgelehnt werden: dass sie Menschen finden, die auf sie achten. An diesem Festtag, an dem wir die Fülle der Güter genießen, bitten wir für alle, denen das Notwendige zum Leben fehlt: dass sie bekommen, was sie brauchen. Gib auch uns einen neuen Blick für die Bedürftigen und für unsere Möglichkeiten, ihnen Gutes zu tun.
Alle: Wir bitten dich: Erhöre uns.

Ein Hochzeitswunsch

Möge eure Seele aufleuchten
und ihr strahlen an diesem Tag,
geschmückt im Festkleid der Freude.

Möge ein Lied in euch aufsteigen
vom Grunde eures Herzens,
das Gott Dank singt und seine
und eure Liebe preist.

Möge eure Lebenslast leicht sein
und euer Schritt beschwingt bleiben
wie im Tanz.

Möge der Himmel
jeden Tag über eure Schwelle treten
und bei euch ein- und ausgehen.

Möge eure Liebe nie aufhören.

(aus: Armin Beuscher: „Eine Zeit zum Lieben“ – Ideen und Anregungen zur Vorbereitung Ihrer kirchlichen Trauung“)

„Alleine hätte ich das nie geschafft.“

„Ich bin Gott so dankbar, dass ich meinen Partner gefunden habe.“

„Es war nicht immer leicht, aber es ist gut, dass wir zusammengeblieben sind.“

Das sagen Paare, die 10, 25 oder gar 50, 60 oder 65 Jahre miteinander verheiratet sind. Vielen tut es gut, ihre Ehe zu feiern, dankbar auf das zurückzublicken, was war, und Gott um seinen Segen für die zukünftige gemeinsame Lebenszeit zu bitten.

Manches Paar möchte nach einer Krisenzeit das Eheversprechen noch einmal erneuern, manch anderes Paar bewusst in einen neuen Lebensabschnitt gehen, etwa nachdem die Kinder aus dem Haus sind.

Im Alltag kommt es häufig zu kurz, innezuhalten, sich auf das Wesentliche zu besinnen, das Leben und die Liebe zu feiern.

Ehejubiläen bieten eine gute Gelegenheit dazu. Sprechen Sie Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrer an und finden Sie zusammen Ihre Form: Denken Sie noch einmal über Ihren Trauspruch nach und welche Bedeutung er für Ihre Ehe hatte, oder überlegen Sie, was Ihr Eheversprechen Ihnen nach Jahren gemeinsamen Alltags bedeutet. Feiern Sie mit denen, die schon am Tag ihrer Hochzeit dabei waren und mit denen, die neu dazu gekommen sind.

Suchen Sie eine Pfarrerin oder einen Pfarrer als Gesprächspartner/in?

Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region im Internet:
www.kirche-koeln.de

Hier finden Sie alle Gemeinden und Ansprechpartner des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region:
www.kirche-koeln.de/suchen/gemeinde-recherche.php

Die Internetadresse der Evangelischen Kirche im Rheinland:
www.ekir.de

Seite des Erzbistums Köln:
www.ehe-vorbereitung.de

Hilfreiche Links:
www.trauspruch.de
trauung.bayern-evangelisch.de/spielen-sie-ihren-traugottesdienst-durch-alt.php
trauung.bayern-evangelisch.de/hochzeitstag-erinnerungstool.php

Kontakt

heiraten@kirche-koeln.de



Impressum

Heiraten.
Die kirchliche Trauung in Ihrer evangelischen Kirche

Konzeption und Autorenteam:
Dr. Ulrich Erker-Sonnabend (Evangelische Pressestelle Düsseldorf), Pfarrer Rainer Kemberg (Evangelische Zions-Kirchengemeinde Düsseldorf), Angelika Knapic (Amt für Presse und Kommunikation Köln), Pfarrer Christoph Nötzel (Amt für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste der EKiR), Pfarrerin Dr. Anna Quaas (Evangelische Gemeinde Köln)

Redaktion:
Dr. Anna Quaas, Angelika Knapic

Technische Realisation:
Michael Schüller

Fotos:
Hans-Willi Hermans, Darya Gulyamova, Wolf Clüver, Sergej Lepke

 

Diensteanbieter ist der:
Evangelische Kirchenverband Köln und Region
vertreten durch Stadtsuperintendent Rolf Domning
Kartäusergasse 9-11
50678 Köln
Telefon: 0221 / 33 82-0
E-Mail: vorstand@kirche-koeln.de


Verantwortliche Person i.S.v. § 55 Abs. 2 RStV ist:
Angelika Knapic
Amt für Presse und Kommunikation
Kartäusergasse 9-11
50678 Köln
Telefon 0221/33 82-117
pressestelle@kirche-koeln.de
www.kirche-koeln.de


Bitte beachten Sie, dass Sie über Links, die in der Internetseite und den vorgenannten Inhalten des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region enthalten sind, zu den Inhalten Dritter gelangen können. Solche Links sind entweder eindeutig gekennzeichnet oder durch einen Wechsel in der Adresszeile Ihres Browsers erkennbar. Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region ist nicht verantwortlich für die Inhalte, die über die Links erreicht werden können. Durch den Aufruf eines dieser Links verlassen Sie das Angebot des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region und gelangen zu den Angeboten von Dritten, die diese Angebote in eigener Verantwortung bereitstellen.